Impressionen aus Verdun

Der Name Verdun steht für eine der verlustreichsten Schlachten des 1. Weltkrieges im Jahre 1916. Dabei gab es davor und danach weitere Kämpfe in der Region. Bereits seit über 110 Jahren ist die Artillerie verstummt, dennoch wird das Andenken an die Schlacht von 1916 weitergetragen und gepflegt.

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Aus privatem Interesse verbrachte ich einige Tage vor Ort, eher zufällig am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, und entdeckte für mich die Monumente in der ganzen Region. Verdun selbst ist eine pittoreske, französische Kleinstadt am Ufer der Maas und lädt zum Urlauben ein. Die Stadt liegt inmitten von Wäldern, Feldern und sanften Hügeln, die zum Radfahren und Wandern auffordern. 

 

LAndschaft um Verdun

 

Etwas außerhalb der Stadt lag die Frontlinie, und diese wird durch das Fort Douaumont P2110663 2K DxOund dem
überwältigenden Ossuaire de Douaumont, das sog. Beinhaus von Douaumont markiert, mit den schier unendlichen Reihen von Gräbern französischer Soldaten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Doch wo sind die deutschen Soldaten?

Während des Krieges wurden Soldaten im Chaos der Kämpfe oft in provisorischen Friedhöfen beerdigt, mit den Soldaten der anderen Nationalitäten zusammen. Daher gab es verstreut hunderte oder tausende Begräbnisstellen, die zum Teil durch Artillerie und Kämpfe zerstört oder unkenntlich wurden. Nach dem Krieg, dem Großen Krieg, wie er in Frankreich und England immer noch genannt wird, und ganz dem Brauch der 1920/30er Jahre entsprechend, wurden Soldaten aus den kleinen Grabstätten umgebettet und nach Nationalitäten zusammengefasst.

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So entstand der große französische Friedhof vor dem Beinhaus bei Verdun (feierlich eingeweiht 7.8.1932). Die deutschen Soldaten wurden etwas im Norden, aber auch im Südosten (wo Ernst Jünger verwundet wurde), den Stellungen entsprechend in Friedhöfe zusammengelegt. Ein amerikanischer Friedhof ist noch weiter im Norden, bei dem Einsatzort der amerikanischen Kräfte zu finden. (Briten oder Commonwealth Truppen waren nicht beteiligt, deren Gedenkstätten sind u.a. Tyne Cot oder Passchendale in Belgien).

 

 

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Sehr positiv war ich von dem Zustand und der musealen Begleitung der Kampfregion Verdun, dem "Champ de Bataille de Verdun" angetan, geradezu ergriffen. Ganz im Sinne der heutigen Völkerverständigung sind Exponate von allen beteiligten Truppen zu sehen, mit etwas Betonung auf Frankreich, wer will es verdenken. Allerdings finden sich viele Exponate aus dem Leben und Sterben der deutschen Soldaten dort in würdiger und gleichwertiger Darstellung. Die Erklärungen an Forts, Bunker, Ouvrages, auch an eher entlegenen Orten des Champ de Bataille sind alle in Französisch, Englisch und Deutsch abgefasst und lassen den Besucher nicht alleine. Audioguides sind ganz selbstverständlich in Deutsch verfügbar. Straßenschilder in den kleinen Ortschaften weisen auf Friedhöfe hin. Ein Namensbuch listet - fast endlose Listen - die Namen der dort Bestatteten. Die Bücher werden wie die Friedhöfe vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gepflegt und ergänzt, ja es werden immer noch Überreste gefunden und umgebettet. Von 50.000 Soldaten fehlt noch jede Spur.

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Zurecht wird an den gemeinsamen Besuch von Präsident Froncois Mitterrand und Bundeskanzler Helut Kohl am 22. September 1984 im Beinhaus erinnert. Erst bei meinem Besuch entdeckte ich für mich, dass beide gemeinsam am gleichen Tag auf dem großen deutschen Soldatenfriedhof bei Consenvoye mit 11.148 Beigesetzten waren und dort an die deutschen Gefallenen erinnerten.

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Touristisch ist die ganze Region exzellent aufgearbeitet und das Informationsmaterial bekommt man oft kostenlos bei der Touristeninformation in Verdun - so auch eine äußert praktische Faltkarte mit den Gedenkstätten.   

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Ein besonders schöner Moment war dann, die Flaggen von Frankreich, Europa und Deutschland nebeneinander auf dem Fort Douaumont zu sehen. Ein wichtiger Ort der Völkerverständigung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text und Fotos: Dr. Fabian Haas